Gedichte


Bilder einer Ausstellung

Ich schlendre durch Räume
gedämpftes Licht birgt Träume.
Bleibe stehen, schreite weiter
hier traurig, dort heiter.

Betrachte nicht den Pinselstrich
lass mich berühren innerlich.
Verweile vor manchem Werk
fühle mich gleich einem Zwerg.

Halte inne, möchte nicht mehr gehen
Wünsche für immer hier zu stehen.
Wurde es gemalt allein für mich?
Von einer Seele, die fühlt wie ich.

In Gedanken rolle ich mich ein
wünsche mir, für immer hier zu sein.
Was ich sehe und was in mir ist
gleichen sich und ich weiß, wer du bist.

Du bist Künstler wie auch ich
kleidest in Farben deine Sicht.
Begegnen uns vor deinen Bildern
meine Worte sie beschildern.

Momente, sie lassen mich schmecken
meine Gefühle neu entdecken.
Lassen Musik in mir erklingen
inspirieren mich zum Singen.

Deine Werke führen zurück zu mir
öffnen in mir eine Tür.
Die verschlossen blieb zum Augenblick
nun steht sie offen, schwingt nicht zurück.

Hermine P. May

Wie ein Rinnsal

Ich sehe in dein Gesicht
Und verstehe nicht.
Was geht vor in dir
Wenn du schaust zu mir?

Sie lassen dich nicht leben
und du hast dich ergeben.
Wie ein Rinnsal unterm Gras
fließt dein Leben, ich vergaß.

Doch dieses Bett ist geformt
Und du bist nicht genormt.
Schau dich an in deinem Glanz
Es liegt viel verborgen im Hans.

Deine Freiheit gilt es zu entdecken
Warum all das Gute verstecken?
Die Liebe schlummert verstohlen
Anstatt sie ans Licht zu holen.

Lebendigkeit sprüht ohne Zwang
Lass dir nicht werden bang.
Dein Leuchten ähnlich einem
Feuerwerk gleicht Keinem.

Es gibt nur eine Sonne im All
Kein Mensch bringt sie zu fall.
Ein Fixstern gleich ihr
schlummert in dir.

Sie vergeudet scheinbar ihr Licht
Ihne zu fragen: Siehst du mich?
Willst du strahlen wie sie
verschwende Liebe und Mitgefühl.

Präsentiere ihr deine Angst
Sie wird von ihr beschienen.
Im Lichte hat sie keine Chance
Die Angst kann nur verlieren.

Hermine P. May