Lebendigkeit

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 Herzlichst Hermine und Reinhold

 

 


14.07.2021

Körperliche Nacktheit

 Nacktheit im Winter.jpg
Die nächsten Tage verleben wir in der großen Stadt, besuchen Museen und Kirchen. Mit dem Bus fahren wir quer durch den Ort und steigen einfach aus, wo es uns gefällt.
“Hier möchte ich leben.”, sagt Ferdinand plötzlich.
So ganz verstand ich ihn noch nicht, allein mein Herz hüpft. Dennoch schweige ich vorerst.
Die Tage sind wunderschön, verfliegen mit besonderen Erlebnissen, die sich aufreihen wie Schwalben auf einer Überlandleitung. In den Nächten werde ich wach. Ferdinand ist unglaublich unruhig. Eine Unruhe, die ich aus meiner Vergangenheit kenne. Der innerer Kampf. Ich nehme ihn in meine Arme. Immer wieder. Irgendwann übermannt uns beide dann doch der Schlaf.
Ich bin es gewöhnt nackt durch die Wohnung zu gehen. Am Morgen öffne ich die Fenster und begebe mich anschließend ins Bad. Abends ziehe ich mich im Ankleidezimmer aus, öffne das Fenster in dem Zimmer, das ausschließlich für uns beide bestimmt ist, und entschwinde dorthin wo ich das wunderbare Nass aus dem Hahn genießen darf.
Am ersten Abend schaut Ferdinand mir ziemlich erstaunt zu. Selbst am nächsten Morgen sehe ich noch Zweifel auf seinem Gesicht. Dann überwindet er sich und ich darf das wunderbare Gefühl genießen, das diese neue Freiheit in ihm, bei mir auslöst.
Nacktheit ist für mich etwas Selbstverständliches, wie über meine Gefühle zu reden. Letzteres vermochte Ferdinand zu dieser Zeit noch nicht. Ahnte er, welche Überwindungen ihm noch bevorstehen?

Hermine - 12:13:52 @ Am Ende sind wir alle nackt | Kommentar hinzufügen