Lebendigkeit

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 Herzlichst Hermine und Reinhold

 

 


28.12.2021

Vom Sehen der Liebe

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Den Rest des Tages verbringen die zwei Freundinnen mit intensiven Gesprächen über die Monate, in denen sie sich nicht sahen. Carla erfährt von Bella, dass ein Mann in ihr Leben getreten ist. „Wie heißt er und wo hast Du ihn kennengelernt? Was macht er beruflich? Liebt er Dich aufrichtig? Wie lange kennt Ihr Euch schon?“ Die Fragen voller Anteilnahme sprudeln nur so aus ihr heraus.
„Ich weiß gar nicht, ob ich mir all Deine Fragen merken kann?“
Und da ist es wieder, dieses Einvernehmliche Lächeln der beiden Frauen in ihren besten Jahren.
„Ich habe ihn am Strand kennengelernt. Er saß dort im Spätsommer als die Sonne sich bereits ins Meer senkte, hatte ein Glas Rotwein in der Hand. Vor ihm auf einer Serviette lag ein Stück Käse und Baguette. Ich fragte ihn ‚Essen Sie immer allein?‘“ Bellas Gesicht zeigt ihr schönstes Lächeln und Carla weiß, was mit ihrer Freundin geschehen ist, in diesem Moment.
„Er antwortete ‚Wenn Sie sich zu mir setzen nicht mehr‘ und ich nahm das Angebot nach einem kurzen Zögern an. Wir unterhielten uns bis in die Dunkelheit hinein. Ich begann zu frösteln und wollte schon nach Hause gehen, als er mich fragte ob ich nicht eine preiswerte Pension wüsste….“
„…und Du hast ihm Dein Gästezimmer angeboten, oder?“
Bella schaut Carla an. Ihre Augen funkeln wie zwei Sterne. „Ja, das habe ich.“ Nach einer kurzen Pause fragt sie „Wollen wir etwas essen bevor uns der Glühwein ganz zu Kopf steigt?“
„Mhm.“
„Ich habe Hühnersuppe vorbereitet.“ Sie geht zum Kühlschrank und holt einen großen Topf heraus, positioniert ihn auf dem Herd und dreht den Knopf auf Stufe sieben.
„Wie lange ist er bei Dir geblieben?“
„Er hatte nur für das Wochenende geplant. Da er jedoch seinen Rechner dabei hatte und von hier aus arbeiten konnte, blieb er die gesamte Woche. In dieser Zeit erstellte er mir meine eigene Homepage.“
„Was und das alles erzählst Du mir erst jetzt?“
„Ich wollte Dich dabei ansehen, Carla. Deine Reaktion auf all das ist so wichtig. Du bist mir wichtig und Deine oft so klare Haltung.“
Carla senkt lächelnd ihren Blick.
Inzwischen gibt der Topf klackernde Geräusche von sich. Bella rührt hin und wieder um. Dann genießen beide schweigsam die heiße, wohltuende Suppe.
„Und wie ging es weiter?“
„Er zieht Ende des Monats zu mir.“
Carla lässt den Löffel sinken, den sie gerade noch zum Mund führen wollte, Ihr Mund bleibt noch für einen kurzen Moment offen, dann beginnt sie mit unvollendeten Fragen: „Wie jetzt…? So schnell…? Bist Du Dir sicher…? Habt Ihr hier genug Platz? Was ist wenn…..?“ In diesem Moment erscheint wieder dieses Lächeln auf Bellas Antlitz. „Okay….. Ich verstehe.“ Nachdem ihre Stirn sich wieder geglättet hat, fügt sie hinzu „Meine Fragen sind überflüssig, ihr habt sie für Euch allesamt bereits beantwortet.“
„Ja.“, nach einer Pause, in der allein das leise Klappern ihrer Löffel zu vernehmen ist, erzählt Bella von ihren gemeinsamen Plänen. „Weißt Du wir wollen das Haus mit einem Wintergarten vergrößern und somit kann Markus das Esszimmer als Arbeitszimmer nutzen. Mehr ist nicht notwendig. Und ja, wir sind uns beide sicher. Wir wissen, dass eine Partnerschaft auch für unsere Entwicklung alles bietet, was wir benötigen. Unsere Liebe bildet die Basis für diesen weiteren Weg.“
Carlas Blick schwelgt hinaus in die Ferne bis hinter die Dünen, wo die Sonne gerade ihren Tageslauf beendet. „Woher weißt Du, dass er Dich wirklich liebt?“, spricht sie ohne ihrem Blick eine neue Richtung zu geben.
„Ich fühle es, Carla. Ich fühle es, wenn er mich berührt, weil seine Berührungen so tief reichen, ich sehe es, wenn er mich ansieht, mir Komplimente macht, ich sehe es, weil er mich sieht.“

Fortsetzung folgt…..

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Herzlichst Hermine

Hermine - 14:43:33 @ Eine alte Welt zerfällt | Kommentar hinzufügen